Nierentransplantation aus chirurgischer Sicht

Vortrag von Frau PD Dr. Daniela Kniepeiss

            „Ich bin sehr froh, dass es  Selbsthilfevereine wie Transplant-Club und Verein Niere Steiermark gibt und freue mich über Ihr Kommen sowie Ihr Interesse an unserer Arbeit.

            Die Niere weist die längste Erfolgsgeschichte in der routinemäßigen Transplantation von soliden Organen auf. Schon im Jahr 1902 gab es erste Versuche an Tieren; 1906 erstmals am Menschen, dann 1933(Russland), 1952, 1954, 1958. Mit einer Ausnahme (1954) überlebten die Betroffenen diese Versuche nicht.  1954 überlebte ein Nieren-Empfänger die TX Transplantation deshalb, weil der Totspender der Zwillingsbruder des Empfängers war. Durch diesen Umstand und weitere Forschungen ist man erst auf die Abstoßung als Ursache für das nicht Überleben der Organempfänger gekommen.

            Gegenüber anderen Organtransplantationen genießt die Nierentransplantation eine Sonderstellung durch die Möglichkeit, die fehlende Funktion der Niere durch die Dialyse zu ersetzen, womit keine momentan akute Gefahr für das Leben des Betroffenen besteht.

 Im Regelfall kommen Nierenkranke mit Beginn der Dialysepflicht auf die Warteliste für eine Transplantation, nachdem mögliche Kontraindikationen abgeklärt wurden: Maligne (Krebs) Erkrankungen, chronische Infektionen, psychische Erkrankungen, Ablehnung durch Patienten, Grunderkrankungen anderer Organe. Gefäßerkrankungen sind ein besonderes Problem, das vor einer Transplantation genau abgeklärt werden muss: Arteriosklerotische Degeneration der zum Anschluss des Transplantats verwendeten Gefäße. Eine längere Zeit der Dialyse ist leider mit verantwortlich für starke Verkalkung der Gefäße. In besonderen Fällen kann daher schon vor Beginn der Dialyse an eine Transplantation gedacht werden. Dazu weise ich auf die sehr gute Möglichkeit der Lebendspende hin.

Spenderkriterien:  Hinsichtlich Geschlecht oder Rasse des Spenders bestehen keine Einschränkungen. Im Falle von TX-Transplantationen, um ein Organ entnehmen zu dürfen, der Hirntod des Spenders. Das Lebensalter des Spenders kann bis 80 Jahre betragen. Im Fall einer Lebertransplantation war der Spender 92 Jahre alt!  Die wichtigsten Kriterien bestehen in der Kompatibilität des Organes mit den entsprechenden Werten des Empfängers. Dazu müssen  kontrollierte werden: Blutgruppe, HLA-Typisierung, Anamnese im Labor, Virologie, Ultraschalluntersuchung, u.a.m.

 Ausschlusskriterien: Infektion, Sepsis, Drogen, maligne Tumoren; ist das Organ noch gut genug, transplantiert zu werden?

Mögliche, frühe, Komplikationen nach NTX: Gefäße, Ureter, Lymphocele, Hämatom, Abstoßung. Späte Komplikationen: Chronische Abstoßung, Infektionen.“

Zum Abschluss zeigte uns Frau PD Dr. Kniepeiss tolle Fotos von einer Transplantation: Wir sehen eine wunderschöne soeben entnommene Niere, ihre Präparierung, die Blutgefäße des Empfängers, an die die Spenderniere angeschlossen wird und die schon angenähten Gefäßanschlüsse= 1.Vene, 2. Arterie. Die aus den Fotos zu erkennenden Vorgänge beschrieb Dr. Kniepeiss für uns Laien gut verständlich.

Unser Kassier, Dr. h.c. Rene Eibinger bedankte sich bei Frau Dr. Daniela Kniepeiss mit einem schönen Blumenstrauß. Er hat auch für ein liebes Buffet mit belegten Brötchen, Krapfen und Mineralwasser gesorgt, das den Besuchern sichtlich schmeckte.

Dieser Beitrag wurde unter Berichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.